Spät war ich dran, die A5 und die A6 beide verstopft, und bekam nur noch einen Platz ganz hinten. Wo ich dann an einer Säule stand und entspannt mitwippen konnte.
Egberto Gismonti und sein Sohn spielten sehr schön, und ich fragte mich mal wieder, was das denn eigentlich für ein Stil ist - moderne brasilianische klassische Gitarre? Kunstvoll überhöhte brasilianische Folklore? Dekonstruierter Dschungel-Samba? Irgendwann lauschte ich dann einfach nur noch und freute mich, Gismonti Stücke von »Danca das Cabecas« spielen zu sehen - ich hatte mich vor dreißig Jahren so sehr mit dem Gedanken vertraut gemacht, diese Musik selber nicht spielen zu können, dass ich es schon beinahe irgendwie verwegen fand, wie Gismonti selbst die Sachen einfach spielte. Und sein Sohn noch dazu.
Es war still geworden um Egberto Gismonti, jedenfalls in meiner Ecke des Hör-Universums, und man merkt ihm heute einen gewissen Hang zur Kanonisierung des Geschaffenen an. An mehr als einer Stelle auf der neuen Veröffentlichung lugen Motive aus den 70ern hervor. Und was damals - z.B. in der Zusammenarbeit mit Nana Vasconcelos - neu und spannend war, klingt jetzt vertraut und einfach nach Gismonti. So ändern sich die Zeiten.
Aktuelle CD: Saudações
Samstag, 24. Oktober 2009
Egberto Gismonti / Alexandre Gismonti
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