Ein gediegenes Jazzkonzert (mit überwiegend ebensolchem Publikum) im Feierabendhaus der BASF. Jimmy Cobb, der letzte noch lebende Musiker, der auf »Kind of Blue« mit von der Partie war, hat eine Band zusammengestellt, um den fünfzigsten Jahrestag des Albums zu zelebrieren. Hier die Besetzung:
Jimmy Cobb : dr
Wallace Roney : tp
Javon Jackson : ts
Vincent Herring : as
Larry Willis : p
Buster Williams : b
Ich hatte mir eine »assoziative« Herangehensweise vorgestellt, aber die Band spielte das Album von Anfang bis Ende durch, ergänzt durch »Seven Steps To Heaven« und als Zugabe »Green Dolphin Street«. Was ich ein wenig schade fand, weil man dadurch geradezu gezwungen war, praktisch Note für Note und Mann für Mann zu vergleichen. Und zumindest bei »So What« und »All Blues« stellte sich bei mir leichte Enttäuschung ein.
Ganz traditionell wurde das Thema vorgestellt, und dann spielten die Musiker reihum ihre Solos. Zuweilen etwas ermüdend. Vincent Herring gefiel mir am besten, seine Linien waren gut durchdacht und zupackend bis enthusiastisch dargeboten. Wallace Roney gab sich schon optisch (Sonnenbrille!) Mühe, Miles Davis »darzustellen«, aber seine Art zu solieren nervte stellenweise geradezu. Was beim ersten Stück noch als gewollte »Brechung« wahrgenommen werden konnte, die Auflösung der Linien in ein chromatisches Auf und Ab, sozusagen als Modernisierung der modalen Spielweise, entpuppte sich später als durchgängige Marotte.
Insgesamt ein lohnender Abend mit »Aura«, der aber konzeptionell etwas flach ausfiel. Alles, was Miles machte, hatte Folgen. Und die kann man nicht um des Jubiläums willen für ein paar Dutzend Chorusse einfach ausblenden.
Donnerstag, 29. Oktober 2009
Kind Of Blue @ 50
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