Dienstag, 20. Oktober 2009

Jan Garbarek

Nach der letztjährigen Veröffentlichung mit der Perkussionistin Marylin Mazur (schöne Platte) war ich insbesondere gespannt auf Trilok Gurtu an der Perkussion. Man muss aber wissen, dass in der gegenwärtigen Jan Garbarek Group (Dresden) eigentlich Manu Katché das Schlagzeug spielt.

Insgesamt war das Konzert leider eine Enttäuschung. Die Band wirkte zu Beginn unsicher, Brüninghaus ließ die Noten keinen Moment aus den Augen, der Bassist wirkte stellenweise von Gurtus rhythmischen Irritationen - nun ja, irritiert. Der Sound war mittelmäßig, sowohl beim bundlosen E-Bass (offenbar mit tiefer H-Saite) als auch beim Percussion Set waren die tiefen Frequenzen außer Kontrolle. Die Synthie-Sounds, die Brüninghaus hier und da verwendete, klangen recht altbacken und abgehangen.

Was mich aber am meisten gestört hat, war Trilok Gurtus Snaredrum. Nicht nur schepperte sie bei Bass- und Keyboard-Solos (weil die Snares nicht weggeklappt wurden), sie war vor allem sehr laut, und Gurtu hat die Angewohnheit, auch bei geraden Rhythmen die 2 und/oder die 4 leicht versetzt zu spielen bzw. zu variieren. Insgesamt war das Resultat, dass die schwelgerischen Melodiebögen und Harmoniefolgen von Garbareks Kompositionen nicht atmen konnten.

Die Achse Brüninghaus-Gurtu funktionierte fast überhaupt nicht, gerade bei den tighten Nummern lief rhythmisch so manches nicht wirklich zusammen. Ärgerlich, wenn man sich als Zuhörer gezwungen fühlt, zu hoffen, dass die Herren auf der Bühne die nächste Eins finden mögen.

Die Sonne ging nur an ein paar Stellen wirklich auf, interessanterweise bei den Solos (Brüninghaus, Gurtu) und zuletzt in einer schönen Interaktion zwischen Gurtu und Garbarek an einer Art Querflöte aus Holz.

Garbarek selbst gefiel sehr - er ist nicht nur unverkennbar, sondern auch einfach sehr gut. Selbst mit den kürzesten Melodiefragmenten erzählt er Geschichten.

Keine Kommentare: