Samstag, 24. Oktober 2009

Louis Sclavis Quintett

Auf den Mann war ich gespannt. Es geht im voraus ein Ruf wie Donnerhall. Was wird nicht alles mit ihm in Zusammenhang gebracht: die Klarinette, der französische Jazz überhaupt, die »folklore imaginaire«, musikalische Entdeckungsreisen in großem Radius rund ums Mittelmeer... vorgestellt wurde er bewußt unbescheiden als »bester Klarinettist der Welt«.

Ich kenne mich mit Rock-Stilistiken nicht wirklich aus, aber das muss etwas mit Grunge zu tun haben, was die Rhythmusgruppe da ablieferte (Bass, Schlagzeug, Gitarre); neben Sclavis war offenbar nur Matthieu Metzger (Sopran- und Altsaxofon) ein reiner »Jazzer«. Der Abend lief im Wesentlichen so ab, dass Sclavis und Metzger wunderbare Themen auf die Riffs flochten, die die Rhythmiker ablieferten. Der Mix war stimmig und ausgesprochen intensiv, und man hatte nie das Gefühl, dass es darum ging, wer wen bereichert oder erfrischt - es war einfach heutiger »Jazz-Rock«, nur etwas, nun ja, wurzelbewußter auf beiden Seiten des Bindestrichs, als das beim EST, in Christian Scotts Band oder bei manch anderem Projekt der Fall sein mag.

Ich dachte, vielleicht besingen sie ja das heutige Frankreich, das asynchrone, in dem Ländliches und urbane Hochkultur nebeneinander existieren - und dazwischen die Banlieus.

Die CD ist fantastisch! - Lost on the Way

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