Donnerstag, 5. November 2009

Erik Truffaz, Talvin Singh, Murcof

Der Karlstorbahnhof war rappelvoll (unbestuhlt), als die drei ihr Konzert anfingen. Der sympathische Mexikaner, der am »Schreibtisch« hinter seinem Laptop saß, entpuppte sich als »Murcof«, Truffaz war nicht zu verkennen, und der Inder mit den abstehenden Haaren an den Tablas, das musste dann wohl Talvin Singh sein (von dem ich auch eine CD mein eigen nenne, »OK« von 1998).




Murcof lieferte angenehm abstrakte Grundlagen, Flächen oder deutliche Beats, aber weit abseits der üblichen Loop-Ästhetik. Streckenweise hatte man das Gefühl, dass er »Nebengeräusche« (Rauschen, Zirpen, Fiepen) rhythmisierte. Singh setzte seine Tabla-Grooves oder Einsprengsel daneben, und Truffaz legte seine Linien darüber, stark verfremdet, mitunter gedoppelt, sowohl Molvaer als auch Arve Henriksen konnten einem als Bezugspunkte einfallen.

Nachdem das Konzert eine Weile eher etwas zurückhaltend verlief, kamen die drei in der zweiten Hälfte richtig auf Touren. Truffaz bat Murcof, wie es schien, um eine »Pause« für eine Solo-Exkursion, die es dann auch in sich hatte, es entstand ein aufgeschichtetes »Electronica-Trompete«-Gebilde, das schließlich laut rumpelnd in sich zusammenfiel. Singh kommtierte ins Mikro: »He loves chaos.« Auch Truffaz machte eine sympathische Ansage und verwies auf seine musikalische Sozialisiation mit Tangerine Dream und Kraftwerk. Zum Publikum gewandt meinte er: »This music that we play here is part of your culture.« Solcherart Spätfolgen der 70er kann man sich eigentlich gar nicht genug wünschen!

Aktuelle CD: Rendez-Vous

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