Dienstag, 17. November 2009

Nachlese zu Wayne Shorter

Wayne Shorter spielte auch in Hamburg, und auch dort hinterließ er bleibenden Eindruck und Interpretationsbedarf:
»Im Quartett mit Danilo Perez (Klavier), John Patitucci (Bass) und Brian Blade (Schlagzeug) entwickelt Shorter eine von allen Klischees gereinigte Konzertmusik. In der Laeiszhalle war am Montag diese von einer ungeheuren Dynamik angetriebene Kunst zu bewundern, die ungefähr so klang, als hätte Erik Satie den Free Jazz für sich entdeckt.« (»Denkt bloß nicht, dass wir Jazz spielen« im Hamburger Abendblatt)

In der WELT nähert sich eine Edelfeder mit ähnlicher Absicht dem gleichen Konzert:
»All das, was man unter dem Etikett Jazz zu hören gewohnt ist: die quecksilbrige Virtuosität angelernter Phrasen, virtuose Fingerübungen und Plänkeleien, mit schmeichelndem Vibrato gehauchte Balladen und muskelstrotzende Up-Tempo-Nummern - Nebbich, Tand. Shorter sucht. Shorter sucht den Ton, die Formulierung, die alles verändert und in sich beinhaltet, was er zu sagen hat. Nicht immer wird er sofort fündig, dann schweigt er eben und sucht weiter, während Perez mit explosivem Anschlag sein Klavier spielt und Bade im dichten Zusammenspiel mit Patitucci einen Groove auf die Reise schickt, der brennt, als ginge es darum, die Halle in Brand zu setzen.« (Stefan Hentz, »Wayne Shorter badet im Meer musikalischer Möglichkeiten«)

Keine Kommentare: